Das Jahr der Pappel






Am Morgen das Sonnenlicht auf der nassen Straße, die Kühle und Ruhe, in der sich die ersten Vögel wieder hervor trauen.






Ein Gewässer, an dessen Grund Moos wächst.






Die Pappeln hinten, kurz nach Sonnenaufgang und nur etwa zwanzig Minuten lang: Da waren alle Stämme und Zweige ockerfarbenes Licht.






Unter weißen Wolken, eine Wolke kreisender Krähen.






Einmal am Morgen, bei wenig Licht, in die anschwillende Helligkeit schauen. In das Aufgehen des Tages hinaushorchen. Und wie all die grünen Berge des Laubes dort, mit der Vielzahl der Vogelstimmen darin, einem einzigen großen Brustkorb gleichen, welcher sich hebt, zurückfällt und wieder hebt.






Nur ein Streicheln im Gras, kaum hörbar, und darin, sobald Hummeln oder Bienen arbeiten, ein unregelmäßiges Knacken, Knistern wie wenn trockene Grashalme umknicken, brechen; ein sehr kurzes Geräusch.






Dort draußen in den Wiesen ist ein einziges Zittern; das Licht in den Blättern und Gräsern.






Ein roter Schimmer am Abend fließt über alles Laub, die Pappeln fern ganz ohne jede Bewegung; im Eck des Fensters baut eine Spinne ihr fragiles Heim zur Nacht.





Der Geruch nasser Brennnesseln aus dem Dickicht neben dem Weg; die glänzend schwarzen Stämme und Äste der Hainbuchen im Laubschatten; der warme und etwas beißende Duft unter einer Gruppe Schwarzpappeln; das Geräusch des Windes in den Kronen oben und die kühlen Stiche der Regentropfen, die er von den Blättern wischt.






Nahezu entlaubte Pappeln: zigfache Bewegung zwischen den Zweigen. Kleine Glöckchen schaukeln, ihr Klang reicht nicht mehr bis hier her.






Eine ewig weiterführende Ebene aus Gras; noch unter dem Nebel fort.






Der erste Ruf eines Vogels am Morgen: zögernd dringt er aus der Schwärze, der vollen Kälte einer beendeten Dezembernacht. Zaghafter, kurzer Klang aus Stille ringsum, ein Funkeln zweier schwarzer Augen im Geäst. Dazwischen kleines Geglitzer, pulvrig; erster Schnee des Jahres im trockenen Wind.






 

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